Sprachförderung am Gymnasium Blankenese

 

Was ist das Hamburger Sprachförderkonzept?

 

Seit 2006 existiert ein Sprachförderkonzept in Hamburg, das für alle Hamburger Schulen verbindlich geregelt ist.

  • SchülerInnen mit Förderbedarf im Bereich Sprache werden in allen Schulstufen und Schulformen berücksichtigt.
  • die Sprachförderung findet
    • integrativ, d.h. innerhalb des laufenden Unterrichts statt oder
    • additiv, d.h. zusätzlich zum Unterricht.
  • die Sprachförderung erfolgt auf der Basis einer Eingangsdiagnostik.
  • der Förderbedarf im Bereich Sprache wird regelmäßig überprüft. 

 

Wann wird eine Lese-/Rechtschreibförderung angeboten?

Die Diagnosen für die Sprachförderung werden für den 5. Jahrgang zu Beginn des 5. Jahrgangs mit der Hamburger Schreibprobe und dem Salzburger Lese-Screening (ggf. auch mit dem Stolperwörtertest) erstellt. Für alle weiteren Jahrgänge der Sekundarstufe I werden am Schuljahresende die Hamburger Schreibproben flächendeckend von Jahrgangsstufe 6 bis 10 durchgeführt.

Liegt das Ergebnis der HSP unter dem Prozentrang 10, erhalten die betreffenden Schüler eine Förderung nach dem Hamburger Sprachförderkonzept.

 

Welche Fördermaßnahmen werden bei besonderen Schwierigkeiten im Lesen oder Rechtschreiben angeboten?

Für jeden förderbedürftigen Schüler wird ein auf die Lernausgangslage bezogener Förderplan entwickelt. Die additive Sprachförderung der rechtschreibschwachen Schüler (LRS-Kurs) findet jahrgangsübergreifend von Klasse 5 bis 10 wöchentlich statt und hat je nach Testergebnis unterschiedliche Schwerpunkte.

Unter bestimmen Voraussetzungen werden darüber hinaus auch Erleichterungen in Form des Nachteilsausgleichs wirksam. Wenn zwei Testungen unter dem Prozentrang 5 liegen, kann ggf. bis Ende Klasse eine außerunterrichtliche Lernhilfe (AUL) bei der Behörde beantragt werden.

Für SchülerInnen mit Migrationshintergrund bieten wir den Förderkurs Deutsch als Zweitsprache an.

Die Förderung der leseschwächeren Schüler der Jahrgänge 5 und 6 wird individuell durch Lesepaten aus der Oberstufe durchgeführt.

Außerdem bieten wir ein freiwilliges Rechtschreibtraining an. Zu diesem Kurs werden alle Schüler eingeladen, die bei der Hamburger Schreibprobe knapp über dem Prozentrang 10 liegen.

 

Welches Konzept hat unsere Sprachförderung?

Die additive Sprachförderung erfolgt nach dem sprachsystematischen Ansatz, sodass Schüler mit Hilfe der Silbenanalyse dazu befähigt werden, sich die Schreibung unbekannter Wörter herzuleiten, sowie eigene Fehler zu finden und verbessern zu können. Rechtschreibthemen werden nicht mehr in beliebiger Reihenfolge geübt. Nach einer Fehlerdiagnostik werden

1.   die vorbereitenden Basisstrategien trainiert

Ø     Silbengliedern

Ø     Verlängern

Ø     Morpheme erkennen und abtrennen

2.   die Regelhaftigkeit der offenen und geschlossenen Silben entdeckt

3.   die unterschiedlichen Orthografiethemen erarbeitet.

Geeignete Materialien in verschiedenen Niveaustufen für jede Klassenstufe werden für die additive Sprachförderung bereitgestellt, so dass jeder Schüler an seinen eigenen Fehlerschwerpunkten üben kann und der Schwierigkeitsgrad den Schülern individuell angepasst wird. Rechtschreibförderung ist so weniger „paper-pencil-lastig“. Stattdessen werden viele Rechtschreibgespräche in der Gruppe eingeführt, kleine Vorträge darüber gehalten, warum ein Wort richtig oder falsch geschrieben wurde und auch immer wieder spielerische Fördermaterialien eingebunden. Rechtschreibpaten aus der Oberstufe unterstützen den Sprachförderkurs. Sie stehen den Förderschülern bei den Übungen zur Seite und wirken positiv auf das Gesamtklima der Gruppe, indem sie die Konzentration und Motivation der Schüler stärken.

 

Wo findet noch Rechtschreibförderung statt?

Rechtschreibunterricht ist zum einen systematischer Bestandteil der einzelnen Fächer und wird nach Bedarf auch in den IL-Stunden (individuelle Lernzeiten)  am Vormittag eingebunden. SchülerInnen aus Klasse 5/6 mit Förderbedarf im Bereich Rechtschreibung können so ebenfalls  individuell gefördert werden.

Anhand von Strategieprofilen, die Auskunft über bereits vorhandene Rechtschreibkompetenzen geben, werden Fördermaterialen zu vier grundlegenden Rechtschreibstrategien bereitgestellt. Innerhalb dieser Fördersegmente (alphabetische Strategie, orthografische Strategie, morphematische Strategie, wortübergreifende Strategie) findet man weitere Differenzierungen (leichte, mittelschwere, schwere Aufgaben), sodass wir beispielsweise auch SchülerInnen mit punktuellen Defiziten fördern können.

Bei Fragen können Sie sich gerne an die Sprachlernberaterin Stefanie Waitzbauer (waitzbauer(at)gmx.de) wenden.