Eindrücke vom Schweiz-Austausch

von Enrico und Giulio

Während unseres einwöchigen Austausches mit der Schweiz haben wir zwei Partner-Gymnasien kennengelernt. Der Grund für ihre Partnerschaft ist das bilinguale Abitur, das Schülern den Schulabschluss auf Deutsch und Französisch ermöglicht. Dies ist möglich, da sich das Gymnasium Laufen an der Grenze des deutschsprachigen Kantons Basel und das Lycée in Porrentruy an der Grenze des französischsprachigen Kantons Jura befindet. Die Schüler aus beiden Kantonen gehen dann zusammen die erste Hälfte ihrer gymnasialen Laufbahn auf das Gymnasium in Laufen und in der zweiten Halbzeit wechseln sie nach Porrentruy, wo der Großteil der Fächer auf Französisch unterrichtet wird. Das Gymnasium Laufen besteht seit 1969 und hat im Moment ungefähr tausend Schüler und Schülerinnen. Das Gymnasium Porrentruy befindet sich in einem renovierten Kloster, das innen modernisiert wurde. Außerdem ist das Gymnasium Porrentruy das größere von den beiden und hat sogar zum Beispiel einen eigenen botanischen Garten für Schulprojekte und ein „Foucaultsches Pendel“, ein Pendel, welches die Rotation der Erde beweist.

 

Von Hannah und Betty

Schon auf dem Weg aus Basel raus wurde es sehr viel ländlicher, als wir es gewohnt sind. Natürlich ändert sich das Stadtbild auch bei uns, sobald man die Stadt verlässt, jedoch ist das in der Schweiz viel extremer. Es gab viel mehr offene Wiesen und Felder. Außerdem wurden die Dörfer, je weiter man von Basel weg kam, immer kleiner. Einige der Dörfer, in denen wir gelebt haben, hatten 300 Einwohner. Einige größere 2000. Es gab eine Kleinstadt (Delémont) mit ungefähr 12000 Einwohnern, also ungefähr so groß wie Blankenese.

Die Deutsch-Schweizer sprechen sehr anderes Deutsch als wir, außer sie bemühen sich Hochdeutsch zu sprechen. Sie meinten, dass es für sie anstrengender wäre, Hochdeutsch zu sprechen, als Französisch. Daran kann man sehen, dass Hochdeutsch für die Deutsch-Schweizer genauso eine Fremdsprache ist wie Französisch, obwohl es vom gleichen Stamm kommt. 

Hauptsächlich hatten wir Probleme, die Leute auf Französisch zu verstehen, wenn sie untereinander gesprochen haben. Wenn sie explizit mit uns gesprochen haben, war es einfacher. Die Gasteltern haben uns erzählt, dass die Schweizer sowieso langsamer sprechen, als die Franzosen. 

Wir alle haben gemerkt, dass das Verstehen der Fremdsprache in den sieben Tagen um einiges besser geworden ist. Außerdem haben wir Zutrauen zu unsren eigenen Fähigkeiten erlangt.

 

Von Anne und Leonie

Als wir im November unsere Austauschpartner in der Schweiz besucht haben, sind uns ein paar Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufgefallen. Doch dies können wir natürlich nur auf die Leute beziehen, die wir dort kennengelernt haben. Alle Jugendlichen in der Schweiz haben jeden Tag sehr lange Schule. Da sie alle in verschiedenen Orten wohnen, die auch nicht nah an der Schule sind, müssen sie auch jeden Tag früh aufstehen, um pünktlich in der Schule zu sein. Zudem haben die meisten auch Hobbys, die sie dann nach der Schule noch ausüben. So sind sie meistens erst sehr spät zuhause.

Die meisten Schüler hatten sehr viel Ehrgeiz, haben sehr viel für die Schule getan und waren im Unterricht immer am Gespräch beteiligt. Aber der Unterricht war auch etwas anders als bei uns. Sie haben die ganze Zeit Frontalunterricht gemacht und haben keine Aufgaben bekommen oder mal Gruppenarbeit gemacht wie wir. Als wir das Wochenende mit unseren Austauschschülern verbracht haben, ist uns auch noch aufgefallen, dass sie nach der langen und anstrengenden Woche immer noch sehr viel Energie haben und lange wach bleiben und auch mal Partys feiern. Bei uns ist jeder am Wochenende froh, wenn man mal entspannen kann.

Doch im Großen und Ganzen gibt es auch sehr viele Gemeinsamkeiten. Das liegt wahrscheinlich auch einfach an der gleichen Lebensphase. Wir kamen sehr gut mit allen klar und hatten sehr viel Spaß mit ihnen!

 

Von Matthias und Tobias

Während unseres Austausches unternahmen wir einige Ausflüge, die uns unter anderem auch interessante Einblicke in mehrere traditionell-schweizer Firmen gewährten. So besuchten wir den Firmensitz von der Uhrenmarke Longines in Saint-Imier, eine Fromagerie ebenfalls in Saint-Imier und eine Produktionsstelle der Firma Victorinox, die vor allem für Taschenmesser und Uhren bekannt ist.

Durch unsere Führerin bei Longines erhielten wir einen Einblick in die älteste eingetragene Uhrenmarke der Welt. Sie wurde 1832 gegründet. In dem Firmensitz war neben historischen Uhren auch ein ganzes Zimmer voller alter Bücher, in denen alle Uhrenverkäufe bis zur Digitalisierung der Buchhaltung aufgezeichnet wurden. Longines-Uhren werden häufig zur genauen Zeitmessung bei den olympischen Spielen genutzt. Außerdem begleitete eine Uhr dieser Firma im Jahre 1927 den Mann, der als erster Mensch den Atlantik non-stop mit dem Flugzeug überquerte.

Bei Victorinox hingegen spezialisiert man sich bei den Uhren eher auf Outdoor-Aktivitäten, was auf die ebenfalls von der Firma hergestellten Taschenmesser zurückzuführen ist. In der Produktionsstelle wurde uns detailliert gezeigt, wie die Taschenmesser hergestellt werden und welche Testverfahren das fertige Messer durchlaufen musste.

An einem anderen Tag besuchten wir eine Fromagerie, in der der sogenannte ,,Tête de Moine‘‘ Käse hergestellt wird, was auf Deutsch so viel heißt, wie ,,Kopf eines Mönches‘‘. Er ist sehr typisch für das Jura. Das Besondere an diesem Käse ist die spezielle Art ihn zu essen. Der Käse hat seine Wurzeln im Mittelalter in alten Klöstern, wo er von Mönchen zubereitet wurde. Der Käselaib ist rund und wird zum Essen auf einer Platte mit einem Stab, der durch die Mitte des Käses gestochen wird, fixiert. Nun wird eine Klinge an einer Seite an dem Stab befestigt, die man mit einem Griff um den Käselaib dreht. Auf diese Weise werden dünne Rosetten vom Käse abgeschabt. Am Ende der Führung konnten wir noch Proben des dort hergestellten Käses probieren.

Rückblickend waren alle Führungen sehr spannend, uns persönlich gefiel aber besonders die Führung durch die Victorinox Fabrik, da man sehr detailliert und eindrucksvoll die Herstellung des Taschenmessers verfolgen konnte.