Der Fachbereich Philosophie

Philosophinnen und Philosophen stellen Fragen.

Unsere Schülerinnen und Schüler haben diese Fragen selbst, es sind ihre: was ist gerecht (in einer Welt voller Ungerechtigkeit)? Was ist Freundschaft? Warum überhaupt lernen? Was bedeutet es, glücklich zu sein? Was zu hungern? Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Was ist von allem der Sinn? Gibt es Wichtigeres als Shoppen? Ja! Aber warum ist das dann für uns wichtig? Was ist der Sinn meines Lebens?

Philosophinnen und Philosophen stellen Fragen. Zu allem und jedem, auch zu ihrem eigenen Fach.

Was soll die Philosophie? Gibt es sie? Ist, wer philosophiert, schon Philosoph? Was ist eine philosophische Frage? Was hat sie mit dem Alltag zu tun? Vertut man derart nicht seine Zeit? Apropos: was ist  Zeit?  

Carpe diem – nutze den Tag.  

Antworten zu suchen ist also Aufgabe des Philosophieunterrichts, Antworten, die das Individuum zu seinem Recht kommen lassen, die sich aber auch dem logos  und dem Diskurs stellen müssen.

Das will gelernt sein, diese – vierte – Kulturtechnik fällt einem nicht in den Schoß. Ihre Tradition ist zudem beeindruckend, ja, vielleicht einschüchternd, und viele Texte und Gedanken sind ganz schön schwierig. Ja, genau: schön schwierig. Gemeinsam lässt sich darüber unter Anleitung trefflich nachdenken und dabei lernt man: andere und sich kennen, einander schätzen, auch dass es keine einfachen Antworten geben kann auf schwierige Fragen, weder im Allgemeinen, noch für einen selbst. Und: PhilosophInnen stellen nicht nur immerzu Fragen, sie sind auch nie mit den Antworten zufrieden, allenfalls vorläufig – das gilt natürlich auch für diesen Text.

Was also tun wir im Philosophie-Unterricht? Hier kommen die großen Texte und Gedanken der weltweiten Tradition mit den aktuellen Problemen zusammen, beide werden sie be- gut –achtet, bezweifelt und so wird philosophisches Bedenken eingeübt, Schritt für Schritt, spiralcurricular und in der angesprochenen Vorläufigkeit.

In Italien nennt man deutsche Philosophen gern I Begriffi – das muss ja etwas bedeuten! Fehlt es uns etwa an Lebenskunst?  Auch das wird im Unterricht untersucht.

Wie alle nur denkbaren, heute besonders relevanten Fragen: Was ist die angemessene Theorie von der Wirklichkeit? Wie kommen wir heute zu Wissen, wie zur Erkenntnis?   Wie können wir eine friedvollere Welt gestalten? (Yes, we can!) Was soll ich tun angesichts des Hungers und der Korruption in der Welt? Was verlangt mein persönliches Umfeld von mir? Wie gehe ich mit An-Sprüchen und Zu-Mutungen  um? Wie nehme ich Stellung zur Problematik der Sterbehilfe, wie zu der der Gentechnik? Will ich geklont werden? Können wir überhaupt wollen? Was ist heutzutage schön? Muss ich an mir etwas ändern? ….

Philosophieren sei sterben lernen, schreibt Montaigne; wie kommt er darauf? Sehe ich das auch so? Eine Einübung in den philosophischen Disput erfolgt also anhand ernsthafter Fragen und wird einen zum Nach-Denken bringen. Das ist Ziel des Philosophieunterrichts als eines Unterrichts im Philosophieren, Gedanken werden auf ihre Konsistenz geprüft, sind sie noch (oder wieder) haltbar heutzutage, wie gehen wir mit Problemen um, die frühere Generationen nicht kannten? Was kann ich zu den Fragen meiner Zeit beitragen? Kann ich das auch verständlich und präzise darlegen, schriftlich wie mündlich? Daran wird gefeilt.

Und wir üben uns im Schreiben von Essays, mit mailgestützter Beratung für den laufenden Schreibprozess, es werden  Lern- Plakate erstellt und multimedial ausgestattete Präsentationen und Ausstellungen konzipiert, so aufbereitet, dass sie gerade die Jüngeren ansprechen und so manche philosophische ‚Karriere‘ endet mit einer Abiturprüfung.

Liebe zur Weisheit stellt sich irgendwann (oft recht bald) fast von  allein ein, Weisheit hoffentlich einmal und  die Fragen verlassen unsere Philosophinnen und Philosophen nie mehr.

 

 

 

Sie könnten jetzt noch Fragen haben. Nur zu!

Mailen Sie an Katharina Kastner (Fachleiterin Philosophie)