GESCHICHTE DES GYMNASIUMS BLANKENESE

Die Weimarer Republik und "Drittes Reich"

1918: Mit dem Ende der Kaiserzeit und Gründung der „Weimarer Republik“ zieht zunächst in Blankenese der erste zarte Hauch der Demokratie ein.

Doch die politischen und intellektuellen Auseinandersetzungen in Deutschland erfassen auch das scheinbar beschauliche Viertel rund um den Süllberg. Und damit die Schüler- und Lehrerschaft am Gymnasium Blankenese.

 

Das „Dritte Reich“

1932: Die Nationalsozialisten werden bei den Wahlen zur stärksten politischen Kraft in Blankenese.

1933: Blankeneser Schulen, Vereine und Berufsverbände werden „gleichgeschaltet“ – viele passen sich der „neuen Zeit“ freiwillig an. Jüdische Mitbürger werden stigmatisiert, ausgegrenzt und verfolgt.

Die Nazis „säubern“ auch Schulen von „politisch unzuverlässigen Elementen“. Die offizielle Lehre verlangt Rassenbewusstsein und soldatischen Charakter. Jüdische Kinder müssen in separate Schulen gehen.

Auch am Gymnasium Blankenese kommt es zu Ausschlüssen von Lehrern und Schülern.

„Was sich da im Blankeneser Mikrokosmos widerspiegelte, war ein Makrokosmos staatlicher Mitleidslosigkeit, ein System des Unbedingten, was bedeutete, dass nichts mehr unmöglich war, was Menschen angetan werden konnte, nichts: Ein Novum der Menschheitsgeschichte. Sein Name - Hitlerdeutschland.“ (Ralph Giordano)

1937: Blankenese (bis dahin zur Stadt Altona gehörig) wird nach Hamburg eingemeindet. Unsere Schule wird zum „Reformalgymnasium mit angegliederter Oberrealschule“ umgewandelt.

1944: Der Schulbetrieb an der Kirschtenstraße wird eingestellt, denn die Schule muss (bis 1947) ein Lazarett beherbergen. Ganze Schülerjahrgänge können keinen geregelten Schulabschluss mehr machen.

1939 – 1945: Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs besuchen rund 500 Schüler das Gymnasium Blankenese. In den letzten Kriegsjahren herrscht dort wie an anderen Schulen oftmals Chaos. Wegen Bombenalarms fällt Unterricht aus. Lehrer sind zur Wehrmacht abkommandiert, viele sterben.

Weiß jemand mehr zur Schulgeschichte oder hat alte Fotos/Dokumente? Dann bitte Mail an Schularchiv.