Bericht vom Blankeneser Klimatag 2016

von Kajus Goede, Klasse 7c

Der Blankeneser Klimatag 2016 war sehr interessant. Zehn Schüler unserer Klasse durften daran in Begleitung von Frau Schönfeldt teilnehmen. Der Tag begann mit einem Kurzfilm, der die CO2-Belastung der Erde mit dem Gewicht von Elefanten verglich: Milliarden Elefanten seien auf die Erde gefallen und hätten sind und dort durch ihr Gewicht alles zerstört. Ein Elefant stand dabei bildlich für eine Tonne CO2.

In der darauf folgenden Eröffnungsrede erläuterte der niederländische Mitorganisator Harris Tiddens, worum es beim Klimatag geht: Er meinte, dieser Tag sei die beste Möglichkeit, Kinder auf ihre kommenden Herausforderungen vorzubereiten, b.z.w. zu warnen. Denn wir Kinder seien die letzte Hoffnung auf eine gesunde Erde.

Auch der nächste Kurzfilm hat auf einen interessanten Zusammenhang hingewiesen. Drei Personen unterhielten sich darin über ihre Ferienerlebnisse, bis eine Kassiererin auftauchte und für die Ferien 145 000 Kg CO2 verlangte. Da die Personen nicht zahlen wollten, mussten zwei Person aus einem Entwicklungsland zahlen. Das hat uns schon nachdenklich gemacht.

Nach dem Kurzfilm wurde gefragt: ,,Warum sollen wir uns mit dem Klimawandel befassen?“ Alle sollten sich in einer kurzen Murmelphase darüber austauschen und ihre Ergebnisse anschließend vortragen. Erste Antworten von uns Schülern waren z.B. „Wenn wir nichts gegen den Klimawandel, sterben alle Lebewesen auf der Erde ab.“ Oder: „Wenn wir älter werden, kann ein Sommer der durchschnittlich  fünf Grad wärmer ist, tödlich sein.“

Im Anschluss daran hielt Dr. Stephan Bakan einen Vortrag über die Erderwärmung. Er zeigte uns eine Grafik der globalen Erwärmung, die zeigte, dass selbst die kleinste Veränderung des Wetters eine sofortige Folge hat. Die durchschnittliche Temperatur auf der Erde betrage heute 9,3 Grad. Das seien 1,5 Grad mehr als vor 100 Jahren. Während der letzten Eiszeit habe die durchschnittliche Temperatur bei -1 bis -2 Grad gelegen. Zwischen der letzten Eiszeit und heute lägen also zehn Grad. Das merke man zum Beispiel daran, dass die Blumen bei uns heute einen Monat früher blühen als vor 100 Jahren. Zudem sei der Meeresspiegel in den letzten 100 Jahren um 25 Meter gestiegen.

Wenn Kohlendioxid in die Luft gepustet werde, entweiche es erst nach 100 Jahren. Das heiße, dass noch das Kohlendioxid unserer Großeltern in der Luft läge. Wenn 100 CO2-Partikel in die Erdatmosphäre eindrängen, könnten nur 30 CO2 Partikel entweichen. Kohlendioxid bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, z.B. Erdöl, Benzin und andere Treibstoffe. Dadurch werde die Erdatmosphäre immer wärmer. Das sei so, als lasse man in eine Dose so lange Wasser laufen, bis sie überlaufe. 1.000 000 Gigatonnen CO2-Teilchen bedeuteten eine Erderwärmung um ein Grad.

CO2-Erhöhung könne man sogar spüren und sehen. In Gegenden mit besonders hoher Belastung falle den Menschen das Atmen schwerer. Kohlendioxid könne man sichtbar machen, indem man eine Sprudelflasche schüttelt und dann öffnet. das hineingepresste Kohlendioxid entweicht. In den letzten Jahren forsche die Wissenschaft schon an Maschinen, die Kohlendioxid in normales Gas umwandeln könnten. Bislang sei aber das Problem dieser Maschinen, dass sie im Betrieb noch mehr CO2 verbrauchten, als sie umwandeln könnten.

Die Grundfrage sei, wie viel CO2 sich die Erde noch leisten dürfe oder könne bis die Pole schmelzen. Man gehe heute davon aus, dass drei Grad Erwärmung die Pole zum Schmelzen bringen könnten.

In den letzten 100 Jahren hätten vor allem die Industrieländer den Klimawandel verursacht. Das bevölkerungsreiche China zu 23%, die USA zu 15% und Deutschland immerhin zu 7,5%. Das weniger stark industrialisierte Brasilien aber nur zu 0,5%. Wenige Staaten trügen also große Verantwortung. Umgekehrt bekämen aber Länder wie Brasilien die meisten Probleme mit dem Klimawandel, China hingegen kaum. In der USA würden pro Jahr pro Kopf 17 Tonnen Kohlendioxid verbracht, in Deutschland acht Tonnen pro Kopf, das seien 25 kg pro Tag. Die Wissenschaft forsche schon daran, Energie ohne Kohlendioxid zu produzieren. Das sei aber noch ein langer Weg.

Nach dem Vortrag gab es von uns viele Fragen, z.B. „Wie kann man Kohlendioxid aus der Atmosphäre nehmen?“ Die Antwort seien Bäume. Bäume zu pflanzen könne dem Klimawandel entgegenwirken, da Bäume Kohendioxid in Sauerstoff verwandelten. Die Abholzung von Wäldern hingegen bewirke eine weitere Beschleunigung.

„Wie viel ist der Meeresspiegel schon gestiegen?“ Die Antwort: Ein Grad Erwärmung macht eine Steigerung um 20 Meter aus, also 100 Meter seit der letzten Eiszeit. Wenn aber die Pole und Gletscher schmelzen würde, dann steige der Meeresspiegel schlagartig um 250 Meter.

Nach einer Pause ging es in Gruppenarbeit weiter. Das besondere dabei war, dass jeweils fünf Kinder aus ganz unterschiedlichen Jahrgängen (Klasse 4 bis S3) und Schulen zusammengearbeitet haben. Es wurde zu vier verschiedenen Themen gearbeitet: Energie, Ernährung, Mobilität und Lebensstil in Blankenese. Wir haben darüber gesprochen, was wir hier und jetzt in Blankenese, in der Schule und zu Hause tun können, um weniger CO2 zu verbrauchen.

Abschließend wurde alle Ergebnisse zusammengetragen und auf vier Stellwänden präsentiert. Diese wurden abends auf dem 1. Blankeneser Klimatag den Erwachsenen präsentiert und dienten als Gesprächsgrundlage.