Das Grauen begann nicht erst in Auschwitz,

Treblinka oder in anderen Lagern ...

… es begann in unseren Nachbarschaften,
in unserem Haus, vor unserer Tür!

 

Seit 1995 erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig mit seinem Projekt STOLPERSTEINEdurch kleine Gedenksteine bundesweit an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft vor deren früheren Wohnorten - seit 2002 auch in Hamburg.

…Was hat das mit Blankenese zu tun?

Viel. Denn wie in anderen Orten so hat auch im beschaulichen Blankenese der Nazi-Terror nicht Halt gemacht. Vor sechs Jahren hat die eindrucksvolle Ausstellung der Evangelischen Kirchengemeinde zusammen mit dem Verein zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese die Schicksale jüdischer Menschen aufgearbeitet, um sie vor dem Vergessen zu bewahren.

Nicht nur Juden waren die Opfer der Naziherrschaft, wenngleich der nationalsozialistische Rassenwahn sie in besonderer Weise der Verfolgung und Vernichtung aussetzte.

Auch viele andere Menschen, die sich der NS-Ideologie widersetzten, die Widerstand leisteten, Verfolgten halfen oder ihr Recht auf eine eigene politische Meinung und eine humanistische Grundhaltung nicht  dem Nazi-„mainstream“ opferten, wurden festgenommen, in Konzentrationslager gesteckt und  starben dort entweder an Folterungen oder Mangelernährung. Auch diejenigen, die den Terror überlebt hatten, blieben ihr Leben lang gezeichnet von den Qualen, denen sie ausgesetzt worden waren.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat eine Form gefunden, an diese Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft geworden waren, zu erinnern:

Er verlegt vor ihren ehemaligen Wirkungsstätten oder Wohnhäusern STOLPERSTEINE: kleine Messingsteine, die die wichtigsten biographischen Angaben enthalten und die uns zeigen:

Hier, an dieser Stelle, an der du vielleicht täglich gemütlich vorbeispazierst oder deine alltäglichen Einkäufe erledigst, wo du zur Schule gehst oder einen Freund besuchst – hier haben Menschen gelebt, denen diese Alltäglichkeit plötzlich nicht mehr vergönnt wurde, die ausgestoßen wurden aus ihrem beruflichen Wirkungskreis, aus ihrem Leben geworfen, isoliert und schließlich getötet wurden.

Denk an sie!

Der Mäzen Peter Hess unterstützt Gunter Demnig bei diesem Projekt: Beiden liegt am Herzen, dass der Terror der Nazis und deren Verachtung von Menschenleben unserem heutigen Tun als warnendes Exempel dienen.

Unsere Schule bedankt sich dafür, dass ein ehemaliger Lehrer des Gymnasiums Blankenese nun auch mit einem Stolperstein geehrt worden ist: Dr. Nehmert.

Wie er dem Nazi-Regime begegnet ist, was zu seiner Entlassung aus dem Schuldienst, seiner Inhaftierung im KZ Neuengamme und seinem Tod  führte, das werden wir, Lehrer und Schüler des Gymnasiums Blankenese, in einer Feierstunde am

Freitag, 22. Okt., ab 12 Uhr, in unserer Aula vorstellen.

Besucher sind uns herzlich willkommen!